| MZ - Bericht: Das große Thema heißt Verjüngung |
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VON CHRISTIAN KATTNER
WOLFEN/MZ. Selbst Lutz Weidner kam etwas durcheinander. Nach kurzem Rechnen hatte er sie allerdings zusammen: vier Namen von vier Trainern. Vier Trainer, die er bei den vergangenen vier Trainingsauftakten zu sehen bekam. An der Seite von Olaf Schaller, Rastislav Hodul und Torsten Rennert war er in den vergangenen drei Spielzeiten der zweite Mann auf der Wolfener Trainerbank. Ab sofort ist er es von Alexander Janke. Im Gegensatz zu Weidner feierte Janke am Montag am frühen Abend seinen Einstand beim Verbandsligisten und gab damit sein Debüt als Cheftrainer. Von Nervosität war bei Janke jedoch nichts zu sehen. "Ich komme gerade aus dem Urlaub, vielleicht bin ich deshalb so entspannt", so der neue Wolfener Übungsleiter locker.
Ein wenig unterscheidet sich der Mann am Kommandostand allerdings doch von seinen Vorgängern, das bekam man bereits im Vorfeld zu hören. Keiner habe einen Stammplatz sicher, die Karten würden neu verteilt werden. "Aber manchmal hat man ja zweimal in Folge die selben Karten", will er trotzdem von einer kompletten Neuordnung des Teams nichts wissen. Fünf bis sechs Spieler könne er schon einschätzen, die restlichen Wolfener Akteure - so sie denn am Montag beim Training waren - müssen sich erst einmal einer Prüfung unterziehen. "Das Handwerkszeug abklopfen", formuliert es der neue Coach nüchtern.
Janke wirkt in seiner Herangehensweise sehr analytisch. Der Blick darauf und den neuen Wolfener Kader erinnert stark an das derzeit für Furore sorgende deutsche Nationalteam. "Es wäre natürlich unglaublich, wenn man die Wolfener Mannschaft da hinführen könnte, wo Deutschland gerade ist", träumt Lutz Weidner ein wenig, "aber da liegen natürlich Welten dazwischen." Von der fußballerischen Ebene, auf der man sich bewegt, sicherlich, alterstechnisch unterscheiden sich die beiden Teams jedoch nicht groß voneinander. Die Grün-Weißen haben ihren Altersdurchschnitt sogar noch einmal ordentlich nach unten geschraubt. Der 18-jährige Christoph Römling sowie die beiden 19-jährigen Roman Pfeiffer und Patrick Thiel stoßen aus der A-Jugend komplett in den Männerbereich.
Vor allem Christoph Römling hatte sich bereits in der vergangenen Saison im Kader der ersten Mannschaft etabliert und zahlreiche Auftritte absolviert. Er und Roman Pfeiffer sollen für offensive Belebung sorgen, während Thiel eher den Part des defensiven Mittelfeldspielers bekleidet. Das Nachrücken des eigenen Nachwuchses forderte allerdings auch ein Opfer. Markus Jahnke gehört nicht mehr zum Wolfener Kader und ist der einzige Abgang der Grün-Weißen. Dem stehen insgesamt fünf Neuzugänge gegenüber.
Und auch bei diesen Spielern bleiben die Verantwortlichen dem neu verordneten Kurs treu - bis auf eine Ausnahme: Norman Becker. Der 34-Jährige ist dabei kein Unbekannter in Wolfen. Bereits in der zweiten Oberligasaisonhälfte hütete er im Jahr 2009 das Wolfener Tor. "Robert Hahn hat einfach die Konkurrenz gefehlt", muss auch Lutz Weidner eingestehen, "Norman Becker hat Führungsqualitäten und ist positiv für die Mannschaft." Er soll auch auf die weiteren vier neuen Spieler diesen positiven Einfluss ausüben.
Mit 24 Jahren ist dabei Marius Nowoisky der Älteste des Quartetts. Der Mittelfeldspieler kommt vom Landesligisten aus Farnstädt und kann als Außen- oder Innenverteidiger eingesetzt werden. Aus der A-Jugend des VfB Imo Merseburg stößt Marcel Mittelstädt zu den Wolfenern. Er soll für weiteren offensiven Schwung sorgen. Einen ehemaligen U 15-Nationalspieler haben die Verantwortlichen mit Max Prautzsch in das Jahnstadion lotsen können. Prautzsch wechselt von der Bundesligareserve des Halleschen FC und wurde über den neuen Trainer vermittelt. Mit Florian Rösel von Eintracht Bitterfeld präsentierte der Verein den fünften neuen Spieler - aber noch längst nicht den letzten.
"Wir schauen uns noch nach ein bis zwei Spielern um", verrät Vorstandsmitglied Michael Barth. Aber nicht nur am Kader, sondern auch an der Konstanz des betreuenden Trainers möchte man in Zukunft arbeiten. Und dann wird vielleicht auch Lutz Weidner beim Trainingsauftakt im Sommer 2011 nicht wieder ein neues Gesicht neben sich sehen.
Gab schon in seiner ersten offiziellen Trainingseinheit klare Kommandos:
Wolfens neuer Trainer Alexander Janke. (FOTO: THOMAS SCHAARSCHMIDT)
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